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Warum das Trinkwasser in Jülich knapp wird

Jülich. Am Pfingstsonntag haben die Stadtwerke Jülich die Bevölkerung aufgerufen, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Die Bürger wurden gebeten, keine Pools mehr zu füllen, keine Gärten mehr zu wässern und allgemein sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen.

Der Aufruf sorgte für Fragen, denn die Entwicklung der Trinkwasserbestände und Grundwasserhöhen ist weitgehend unbekannt. Daher beziehen viele Menschen den Aufruf zum Wassersparen nur auf die letzten, heißen Tage.

Viele Gründe
„Man muss sich die Fakten genau anschauen“, erklärt Dr. Uwe Macharey, Technischer Leiter der Stadtwerke Jülich. „Denn wir verzeichnen seit einigen Tagen einen außergewöhnlich hohen Verbrauch. Das lag an den sommerlich-heißen Temperaturen und fehlendem Regen. Zudem ist auch der Verbrauch in der Nacht so extrem hoch, dass sich die Speicher nicht mehr ausreichend füllen können.“

„Ein möglicher Grund dafür ist: In Jülich leben viele Menschen in Einfamilienhäusern. Sie wollen gerade in der heißen Zeit ihren Garten bewässern und einen Pool aufstellen“, erläutert Uwe Macharey. Der Zuwachs der Jülicher Bevölkerung sorgt für weitere Trinkwasser-Bedarfe.

Wasserverbrauch in Jülich
Der Wasserverbrauch der vergangenen Woche (genau 20.05.2026 0:00 Uhr – 25.05.2026 23:45 Uhr) in Jülich war außergewöhnlich hoch. Ein Vergleich mit der ersten Juliwoche des vergangenen Jahres (genau 01.07.2025 0:00 Uhr – 06.07.2025 23:45 Uhr) zeigt, dass die Abgabe insgesamt in der jetzt vergangenen Woche rund 10 Prozent höher war. Der niedrigste Verbrauch während der Nacht (in der Zeit) lag 20 Prozent darüber.

Zurzeit liegen Spitzenabgaben nachts teils über 150 m3/h und senken sich auch nicht so stark wie üblich ab. Das führt dazu, dass die Wasserspeicher nachts nicht mehr aufgefüllt werden können.

„Am Montag haben wir es gerade noch geschafft, einen Höchstwert von 3,50 Metern zu erreichen. Das sind also etwa 70 Prozent der möglichen Füllmenge. Heute, am Dienstag, waren es nur noch 3,20 Meter. Der Tiefstand lag aktuell sogar bei 1,80 Meter. In der ersten Juli-Woche des vergangenen Jahres lag der Tiefstand bei knapp 2,50 Meter“, erläutert Uwe Macharey.

Der Trend zeigt, dass ohne Verringerung der Abgabe die Füllstände noch weiter absinken.

Drei eigene Tiefbrunnen
„Wir haben unsere eigenen Tiefbrunnen, die Wasser aus einer Tiefe von 130 Metern befördern“, erklärt Uwe Macharey. Zwar hat der Versorger zwei große Reservoirs, in denen er bis zu 5.000 Kubikmeter Wasser speichern kann. „Die dortigen Vorräte sinken aber zunehmend“, so Uwe Macharey weiter. Umso wichtiger ist der eingeleitete Bau des neuen Wasserwerks, der deutlich höhere Aufbereitungskapazitäten und Abgabemengen ermöglicht.

Regenwasser ist kein Trinkwasser
Entgegen der landläufigen Meinung ist Regenwasser nicht sofort als Trinkwasser nutzbar. Es versickert im Grundwasser und kann erst nach vielen langen Jahren Teil des für uns nutzbaren Tiefenwassers sein.

Wasserpreis
Der Aufruf der Stadtwerke Jülich zum Wassersparen hat nichts mit den Wasser- oder Abwasserpreisen zu tun. Es bezieht sich ausschließlich darauf, dass der Wasserverbrauch über Tag derart hoch ist, dass der Füllstand der Wasserspeicher über Tag deutlich sinkt.

Selbst nachts sind die Abgaben derart hoch, dass die Speicher nicht wie sonst üblich wieder aufgefüllt werden können.

Wie lang die Wasserknappheit in Jülich andauern wird, ist zurzeit nur schwer vorherzusagen. „Das ist abhängig vom Wetter der kommenden Tage“, sagt Uwe Macharey.

„Wir gönnen den Bürgern natürlich das Vergnügen, im Pool schwimmen zu gehen. Gleichwohl ist gerade bei den heißen Bedingungen Wasser das wichtigste Lebensmittel.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir mit unserem Trinkwasser sorgsam umgehen“, appelliert Uwe Macharey an die Jülicher Bürger. „Jeder eingesparte Liter zählt.“

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Sigrid Baum
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