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Stadtwerke Jülich: Gutes Jahresergebnis trotz schwieriger Bedingungen

Jülich. Die Stadtwerke Jülich haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Das Unternehmen verzeichnet einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,502 Millionen Euro. Das gab Stadtwerke-Geschäftsführer Ulf Kamburg nun gemeinsam mit den Prokuristen Dirk Sandmann (Finanzen), Dr. Uwe Macharey (Technik) und Ivan Ardines (Vertrieb und Marketing) bekannt.

„Das Jahresergebnis ist ein Resultat, mit dem wir sehr zufrieden sind, denn es entspricht unseren Erwartungen und soliden Planungen“, zieht Ulf Kamburg Bilanz. Zwar reicht die Höhe des Überschusses nicht an die Rekord-Ergebnisse der vergangenen beiden Jahre (2,577 Millionen Euro in 2023, 2,315 Millionen Euro in 2024) heran. „Angesichts einer gesamtwirtschaftlichen und weltpolitischen Lage, die von Unsicherheiten und strukturellen Veränderungen geprägt ist, waren neue Rekorde aber auch weder erwartbar noch realistisch“, erklärt Dirk Sandmann.

Die Entwicklung der unterschiedlichen Geschäftsfelder im Einzelnen:

Mengenzuwachs bei Strom, Gas und Wasser
Das gute Jahresergebnis ist unter anderem auf Mengensteigerungen im Verkauf zurückzuführen. So stieg der Stromverkauf an Endkunden leicht von 73.691 MWh im Jahr 2024 auf 74.471 MWh in 2025 an. Das entspricht 1,06 Prozent. Zudem haben die Stadtwerke etliche neue Stromkunden außerhalb von Jülich gewinnen können. Sie konnten die Preise sowohl bei Privat- als auch bei Gewerbekunden stabil halten.

Gleiches gilt für den Bereich Gas. „Sowohl in der Grundversorgung als auch bei den Sonderprodukten haben wir unsere Gaspreise im Vergleich zum Vorjahr konstant halten können “, erklärt Ivan Ardines. Die gelieferte Menge Gas stieg um 9,31 Prozent an – von 219.232 MWh in 2024 auf 239.649 MWh in 2025. „Viele Kunden im Versorgungsnetz, die ihre alten Gasheizungen ausgetauscht haben, sind nicht auf andere Heizungsformen gewechselt, sondern haben sich für eine neue, moderne und effizientere Gasheizung entschieden“, so der Vertriebs- und Marketingleiter weiter.

Auch der Wasserverbrauch in Jülich stieg in 2025 an. So wuchs der Absatz um 5,14 Prozent von 1.827 Tm3 (in 2024) auf 1.921 Tm3. Das moderne und zukunftsfähige Konstrukt aus Arbeits- und Systempreis hat sich bewährt und wurde zum 1. Oktober 2025 wertmäßig angepasst.

Netze
Eine der zukunftssichernden Aufgaben der Stadtwerke Jülich ist die Erweiterung und Instandhaltung der Netze. Sowohl bei Strom, als auch bei Wasser wurden neue Leitungen verlegt. In allen Sparten wurden zusätzliche Hausanschlüsse geschaffen und Anschlüsse erneuert.

Das gesamte Stromleitungsnetz der Stadtwerke umfasst mittlerweile 258 Kilometer, das Gasleitungsnetz 216 Kilometer und das Wasser-Versorgungsnetz hat 271 Kilometer.

In 2025 haben die Stadtwerke Jülich die gesetzlichen Anforderungen zum Smart-Meter-Rollout übererfüllt. Damit wurden exzellente Voraussetzungen geschaffen, das Thema Smart City in Jülich weiter voranzubringen. Die fast vollständige Abdeckung der Stadt mit LoRaWAN wird viele digitale Anwendungen ermöglichen.

Die Bundesnetzagentur weist im Rahmen des Monitorings zur Einführung intelligenter Messsysteme für die Stadtwerke Jülich einen Wert von 75 Prozent aus. Mit diesem Ergebnis liegt der Lebensversorger unter den zehn besten deutschen Unternehmen.

Neues Wasserwerk und Brunnen
Bereits 2023 begannen bei den Stadtwerken die ersten Planungen für den Bau eines neuen Wasserwerks und Brunnen. 2025 wurde die Konzeptionierung konkretisiert, der Erhalt der Baugenehmigung vorbereitet. Der Brunnenneubau, für den rund 200 Meter tief gebohrt wurde, hat 2025 begonnen. Seine Inbetriebnahme ist für Mitte dieses Jahres vorgesehen. Beide Maßnahmen werden dazu beitragen, dass die Versorgung weiterhin gesichert ist.

Denn nicht umsonst investiert der Lebensversorger rund 18 Millionen Euro in das neue Wasserwerk an der Römerstraße und schafft damit für die Zukunft die benötigten Kapazitäten und Volumen für die Wasseraufbereitung. Denn es ist genug Grundwasser in exzellenter Qualität vorhanden.

Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten am neuen Wasserwerk beginnen. Die dafür erforderlichen vorbereitenden Maßnahmen sind erfolgt. „Durch diese Neubauten sichern wir die jetzige und zukünftige Versorgung der Stadt mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser“, erklärt Uwe Macharey. „Der Trinkwasserbedarf in Jülich wächst. Es gibt Ansiedlungen von neuen Gewerbebetrieben im Norden und große Neubaugebiete werden folgen“, so der Technische Leiter weiter. Das alles sorge für einen erhöhten Wasserbedarf.

Bäder
Nach einer kurzfristig notwendigen Schließung des Hallenbades aus baulichen Gründen im Frühling 2025 vereinbarte die Stadt Jülich eine Kooperation mit der Stadt Linnich zur erweiterten Nutzung des dortigen Bades. Bad-Mitarbeiter der Stadtwerke packen seither in Linnich mit an, um den zusätzlichen Einsatz dort realisieren zu können.

Parallel sind in Jülich die Planungen schon sehr weit fortgeschritten, um recht kurzfristig auch mit dem Neubau eines Hallenbades beginnen zu können. Allerdings: Sowohl die Stadtwerke selbst als auch die Gesellschafter sind nicht in der Lage, die erforderlichen Mittel allein aufzubringen. „Das funktioniert nur, wenn wir über ein Förderprogramm die dafür notwendige Finanzierung erhalten“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Ulf Kamburg. „Dann können wir sofort mit dem Bau starten.“

Energiewende
Auch gelang es den Stadtwerken, das Geschäftsfeld Mieterstrom weiter erfolgreich auszubauen. Der Vorteil: Bewohner von Mehrfamilienhäusern können den selbst produzierten grünen Strom aus PV-Anlagen vom eigenen Dach direkt vor Ort nutzen.

Gleich an mehreren Großprojekten haben sich die Stadtwerke in diesem Bereich 2025 beteiligt. „Durch solche Projekte bringen wir die Energiewende vor Ort voran“, betont Ivan Ardines. Gleiches gilt für das Thema E-Mobilität. Hier bieten die Stadtwerke eine breite Produktpalette an – von Autostromverträgen über den Verkauf und die Installation von Wallboxen bis hin zur Errichtung und zum Betreiben komplexer Lademöglichkeiten für die Wohnungswirtschaft.

Glasfaser
2024 startete die Zusammenarbeit mit NetAachen im Bereich Glasfaser: Die Stadtwerke kümmern sich seitdem um den Vollausbau des Glasfasernetzes in Jülich, NetAachen bietet passende Produkte an.

Im Jahr 2025 setzten die Stadtwerke die ersten operativen Ziele ihrer Kooperation um. Dazu wurde zunächst die technische Struktur des bestehenden Netzes umgebaut. „Das war notwendig, um die Technik von NetAachen mit unserem Netz kombinieren zu können“, erläutert Uwe Macharey. Nahezu alle Jülink-Kunden der Stadtwerke folgten dem Angebot und wechselten zu Produkten von NetAachen. Somit wurden alle Ziele erreicht.

Aktuell und in den kommenden Jahren arbeitet der Lebensversorger weiter am Glasfaser-Netzausbau, so dass Anfang der 2030er Jahre alle Jülicher Bürger einen Zugang zu sicherer und schneller Glasfaser haben. Damit wird Jülich als einzige Stadt in der Region über ein flächendeckendes Glasfasernetz verfügen. Dies belegt die hohe Bedeutung der Stadtwerke für die Infrastruktur und die Entwicklung der Stadt. Zurzeit laufen die entsprechenden Arbeiten in Welldorf und Güsten, diese sollen in diesem Herbst abgeschlossen sein. Als nächstes Ausbaugebiet folgt dann Stetternich.

Im Berichtsjahr beliefen sich die Investitionen in Sachanlagen, in immaterielle Vermögensgegenstände sowie in Finanzanlagen auf ca. 9,099 Millionen Euro. Das ist das höchste operative Investitionsvolumen der Unternehmensgeschichte.

Davon entfielen 1,85 Millionen Euro auf das Stromnetz, 0,8 Millionen Euro flossen in den Erhalt des Gasnetzes, 2,25 Millionen Euro ins Wassernetz und in den Glasfaserausbau 1,32 Millionen.

Kennzahlen
Der Bruttoumsatz lag 2025 bei 66.571 Millionen Euro (2024: 70.297 Millionen Euro) und die Materialaufwendungen 2025 bei 43.807 Millionen Euro (2024: 46.746 Millionen Euro). Das Eigenkapital von 30.355 Millionen Euro entspricht einer Quote von 40,6 Prozent, die Kredit-Verbindlichkeiten sanken auf 16.741 Millionen Euro.

Die Netto-Umsatzerlöse (ohne Strom- und Erdgassteuern) sanken von 67.540 Millionen Euro im Vorjahr auf 63.612 Millionen Euro und lagen dennoch über dem prognostizierten Wert. „Diese Entwicklung war erwartbar. Sie hängt mit den rückläufigen Beschaffungskosten und der damit einhergehenden allgemeinen Preisentwicklung zusammen“, erklärt Dirk Sandmann.

Das Betriebsergebnis beträgt 2,961 Millionen Euro und ist im Vergleich zum Vorjahr (4,359 Millionen Euro) ebenfalls zurückgegangen.„Steigende Personalkosten, sowie Fremdkosten und Abschreibungen sind hier die maßgeblichen Gründe“, erläutert Dirk Sandmann.

Geschäftsführer Ulf Kamburg ordnet die Zahlen so ein: „2024 war mit 2,315 Millionen Euro Jahresüberschuss das zweitbeste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte. Aber die Rahmenbedingungen sind andere geworden, die gesamtwirtschaftliche und weltpolitische Lage hat sich verändert und ist auch weiterhin instabil, was besonders auch auf die Energiebranche wirkt.“ 2025 sei ein sehr herausforderndes Geschäftsjahr gewesen, so Ulf Kamburg weiter. „Angesichts dieses schwierigen Umfeldes haben wir mit 1,502 Millionen Euro ein erfreuliches Jahresergebnis erwirtschaftet. Es liegt im oberen Bereich der historischen Werte. Das ist ein wirklich gutes Resultat.“

Erfolgsfaktoren seien dabei etwa strategisch kluge Entscheidungen, treue Kunden sowie ein hochmotiviertes Team von 108 Mitarbeitern, resümiert der Geschäftsführer. „Wir legen großen Wert darauf, das Engagement unserer Mitarbeiter angemessen zu honorieren und sie bestmöglich zu fördern“, betont der Geschäftsführer. Aus diesem Grund bieten die Stadtwerke beispielsweise ein breites Spektrum an Fortbildungs- und Gesundheitsprogrammen an.

Ausblick
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben auf nationaler wie auch globaler Ebene weiterhin unsicher. „Diese Unsicherheiten wirken sich unmittelbar auf die Energiebranche aus“, weiß Ivan Ardines. Für das laufende Jahr 2026 gehen Experten von einem wirtschaftlichen Nullwachstum in Deutschland aus. Insbesondere die energieintensive Industrie – also wichtige Kunden in den Bereichen Strom und Gas – zeigt rückläufige Zahlen.

Die Kaufkraft privater Haushalte ist durch die Inflation ebenfalls eingeschränkt. „Es bleibt also herausfordernd“, sagt Uwe Macharey und ergänzt: „Gleichzeitig eröffnet die Energiewende neue Chancen.“ So bauen die Stadtwerke beispielsweise ein Speicherprojekt im eigenen Netzbereich. Dies ermöglicht unter anderem, die im Portfolio der Stadtwerke Jülich vorhandenen Mengen erneuerbarer Energien aus Photovoltaik- und Windenergieanlagen zielgerichteter einzusetzen.

Im operativen Geschäft bleiben die klassischen Geschäftsfelder Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie der Netzbetrieb weiterhin tragende Säulen. Daneben wird der Ausbau digitaler Infrastrukturen immer wichtiger und wird von den Stadtwerken, wie am Beispiel LoRaWAN zu sehen ist, konsequent und zielorientiert weiterentwickelt. Daraus werden sich neue Dienstleistungsangebote für die Stadt, Bürger und Unternehmen entwickeln lassen.

Bei der Abwägung aller Herausforderungen und Chancen rechnen die Stadtwerke Jülich sowohl im laufenden Jubiläums-Jahr als auch in den folgenden Jahren weiter mit positiven Ergebnissen. „Wir sind gut positioniert und Dank engagierter Mitarbeiter exzellent aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen erfolgreich und profitabel zu wirtschaften“, ist Ulf Kamburg überzeugt. „Als lokaler kommunaler Energieversorger haben wir große Bedeutung für die sichere und zukunftsorientierte Weiterentwicklung der kommunalen Infrastruktur in ihren vielschichtigen Facetten. Dadurch schaffen wir finanziellen und inhaltlichen Mehrwert für die Stadt Jülich und ihre Bürger“, fasst Ulf Kamburg zusammen.

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Sigrid Baum
Pressesprecherin
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