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27. Mai 2020

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Fragen und Antworten rund um Photovoltaik.

Eine PV-Anlage auf dem eignen Hausdach bietet einige Vorteile, wirft jedoch bei der Planung einige Fragen auf. Das Internet bietet viele Informationen, doch das Zusammentragen erweist sich oft als mühselig. Um Euch das Informieren so angenehm wie möglich zu machen, klären wir hier für Euch die meist gestellten Fragen im Bezug auf eine Photovoltaik-Anlage.

Photovoltaik – Oft gehört, doch was ist das eigentlich genau?

Kurz gesagt: Eine PV-Anlage erzeugt Strom durch Sonne. Die Strahlung der Sonne ist elektromagnetisch und kann deshalb mithilfe spezieller Solarzellen in elektrische Energie umgewandelt werden. Dabei kommen die Photovoltaik-Panels auf unterschiedliche Weisen zum Einsatz. Taschenrechner besitzen häufig keine Batterien mehr, sondern beziehen die benötigte Energie über ein kleines PV-Panel. Auch in zahlreichen Outdoorlämpchen finden sich heutzutage genau diese Panels, denn so wird das lästige Austauschen der Batterien oder das aufwendige Verlegen von Kabeln umgangen. Doch auch die Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit ist nicht zu missachten: Jedes Lämpchen produziert die eigene Energie, die sie zum leuchten benötigt. Und das ganz ohne CO2-Ausstoß.

Was im Kleinen funktioniert, funktioniert auch in Groß. Auf Dachflächen von Privathäusern kommen PV-Anlagen zur eigenständigen Stromversorgung zum Einsatz. Spezielle Solarfahrzeuge beziehen Ihre Energie über Panels auf dem Dach. Es gibt sogar ganze Photovoltaig-Farmen, die darauf ausgelegt sind, die Sonnenenergie einzufangen.

 Ist Sonnenenergie gleich Sonnenenergie?

 Photovoltaik und Solar – beide Systeme sind darauf ausgelegt, die Energie der Sonne einzufangen und zu nutzen. Allerdings für verschiedene Einsatzzwecke. Photovoltaik wandelt die Sonnenergie in Strom um, während Solar darauf ausgelegt ist, die Energie der Sonne in Wärme umzuwandeln. Eine Solarthermie auf dem Hausdach sorgt also für die Warmwasserversorgung, indem die Wärmeflüssigkeit durch dunkle Schläuche auf das Hausdach geleitet wird, dort von der Sonne erhitzt wird und danach zurück in das Heizsystem geführt wird. Eine Photovoltaig-Anlage auf dem Dach erzeugt hingegen Strom, welcher in das hauseigene Stromnetz eingespeist wird. Doch auch eine PV-Anlage kann die Warmwasserversorgung mithilfe eines Heizstabes im 

Warmwasserspeicher unterstützen. Die von der PV-Anlage gewonnene elektrische Energie fließt durch den Heizstab und erhitzt diesen. Er ist als eine Art Tauchsieder in den Wasserspeicher eingebunden und so wird das Wasser im Speicher durch den Strom der PV-Anlage auf dem Hausdach erwärmt. 

Welche Vorteile bietet eine PV-Anlage auf dem Hausdach?

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Nachhaltigkeit und Klimaschutz immer mehr an Bedeutung gewinnen und als eins der zentralen Ziele gilt, sind PV-Anlagen kleine Wunderwerke. Sie erzeugen Strom und belasten dabei kaum die Umwelt. Jede Kilowattstunde, die durch eine PV-Anlage erzeugt wird, wird in der konventionellen Stromgewinnung gespart und je mehr Sonnenstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, desto größer ist der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strommix in Deutschland.

Zudem seid ihr Euer eigener Stromproduzent. Ihr verbraucht den Strom dort, wo er gebraucht wird. Die Hochspannungsleitungen werden entlastet und Ihr seid weniger abhängig von den schwankenden Strompreisen auf dem Markt. Auch bietet eine PV-Anlage eine Entlastung Eures Geldbeutels aus zweierlei Gründen: Ihr nutzt den eigen produzierten Strom, was sich positiv auf Eure künftigen Stromrechnungen auswirken wird und könnt durch die Einspeisung des überschüssigen Stroms in das öffentliche Netz zusätzlich verdienen. Mehr zum Thema Einspeisung folgt im Absatz „Wie funktioniert das Einspeisen in das öffentliche Stromnetz?“

Ein Blick in die Zukunft lohnt sich: Wie wäre es, wenn Ihr künftig Euer E-Auto durch den eigen produzierten Strom mithilfe einer Wallbox laden würdet? So werden nicht nur Stromkosten eingespart, sondern auch Benzinkosten. So rentiert sich Euere PV-Anlage doppelt.

Mehr erfahren.

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage?

Das hängt ganz von dem Standort, der Jahreszeit, Ausrichtung und Neigung der Anlage ab. Jeder Standort besitzt eine unterschiedlich intensive Sonneneinstrahlung. Das Mittel einer optimal ausgerichteten Anlage liegt jährlich bei einem Ertrag zwischen ca. 850 kWh/kWp in Norddeutschland und ca. 1.000 kWh/kWp im Süden Deutschlands. Dies sind jedoch nur Richtwerte. Der eigentliche Ertrag kann abweichen. 

Ist jedes Dach für eine PV-Anlage geeignet?

Auch das ist eine Frage des Standorts. Wenn Ihr in Jülich und Umgebung wohnt, dann könnt Ihr das Potenzial Eures Hauses ganz einfach mit dem Solarkataster der Stadt Jülich mit wenigen Klicks online analysieren lassen. Für das Solarkataster wurden im gesamten Stadtgebiet die Dachflächen von mehr als 27.000 Gebäuden erfasst und hinsichtlich des individuellen Solarpotenzials bewertet. Im Gesamten zeigte sich dadurch, dass fast die Hälfte aller jülicher Dächer ein hohes Photovoltaik-Potenzial aufweisen. Zudem könnt Ihr im Solarkataster in weiterführenden Schritten die Wirtschaftlichkeit Eurer individuellen Solarprojekte durch einen Wirtschaftlichkeitsrechner berechnen lassen und somit auch das wirtschaftliche Potenzial Eures Daches einschätzen.

Um Euer Dach prüfen zu lassen, gebt Ihr zunächst die Adresse Eures Hauses ein. Ihr werdet auf eine Solarkarte geführt, auf der die Einschätzung Eures Hauses dargestellt ist. Ist Euer Hausdach geeignet, so könnt Ihr nun Eure Anlage in weiteren Schritten konfigurieren. Je genauer Eure Angaben sind, desto genauer und individueller sind Eure Ergebnisse. Am Ende erhaltet Ihr eine Übersicht Eurer Daten, welche eine Empfehlung beinhaltet, welche Anlage am besten zu Euren Bedürfnissen passt, welche Vorteile diese euch bringt und wie die Wirtschaftlichkeit Eurer Anlage aussehen würde. Die Ergebnisse könnt ihr ganz einfach als PDF exportieren oder ausdrucken. Wir als Stadtwerke Jülich beraten Euch gerne in der genauen Planung und Umsetzung Eurer Photovoltaik-Anlage. Fordert dazu einfach eine Beratung bei uns an, nehmt Euer Ergebnis des Solarkatasters mit oder ladet es online hoch und wir prüfen gemeinsam, wo noch Verbesserungspotenzial in der Konfiguration Eurer Anlage besteht. 

Zum Solarkataster und unserem Termin-Tool gelangt ihr über den Button weiter unten.

Wohin mit dem überschüssigem Strom?

Am Wochenende ist der Verbrauch eines Haushalts deutlich höher als unter der Woche, während der die Kinder in der Schule sind und die Eltern arbeiten gehen. Doch die PV-Anlage produziert weiterhin Strom. Um diesen Überschuss optimal zu nutzen, kann ein Batteriespeicher genutzt werden. Dieser speichert die überschüssige Energie ein und gibt diese erst dann wieder frei, wenn Ihr mehr Strom verbraucht, als Eure PV-Anlage Euch liefert. Ein Batteriespeicher kann zu jedem unserer Solarpakete dazu gebucht werden. So erschöpft Ihr das gesamte Potenzial Eurer Anlage und könnt auch dann den Sonnenstrom nutzen, wenn die Sonne mal nicht so intensiv scheint. Produziert Ihr trotzdem noch mehr Strom, als auch der Batteriespeicher aufnehmen kann, so kann dieser Überschuss in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Wie das funktioniert, lest Ihr in dem nachfolgendem Abschnitt.

Wie funktioniert das Einspeisen von Überschüssen in das öffentliche Stromnetz?

Speist Ihr Euren überschüssigen Strom in das öffentliche Netz ein, so erhaltet Ihr eine Einspeisevergütung. Um diese jedoch zu erhalten, müsst Ihr Eure Photovoltaig-Anlage bei der Bundesnetzagentur melden und registrieren. Das könnt Ihr bequem online über das Meldeportal der Netzagentur erledigen. Dies sollte spätestens am Tag der Inbetriebnahme Eurer PV-Anlage geschehen, um vom ersten Tag an die volle Einspeisevergütung zu erhalten. Aber auch zu früh ist nicht optimal: Frühstens 2 Wochen vor Inbetriebnahme solltet Ihr Euch melden, da erfahrungsgemäß der genaue Termin der Inbetriebnahme der PV-Anlage Verzögerungen aufweisen kann. Für die Meldung muss jedoch der genaue Tag angegeben werden. Nach Eurer Registrierung muss Euer Netzbetreiber informiert werden, dass Ihr Eure Anlage vorschriftsmäßig angemeldet habt. Erst danach erhaltet Ihr die Einspeisevergütung für Euren Strom, der in das öffentliche Netz fließt. 

Ab wann muss der eingespeisten Strom versteuert werden und muss dafür ein Gewerbe angemeldet werden?

Kleine PV-Anlagen auf privaten Wohnhausdächern gelten in der Regel nicht als Photovoltaik-Gewerbe. Mit einer Fläche von unter 30 m2 der Anlage müssen die Erträge nicht versteuert werden, da den Betreibern solch kleiner Anlagen eine fehlende Gewinnabsicht nachgesagt wird. Speist Ihr Euren Strom jedoch in das öffentliche Netz ein und erhaltet dadurch eine Einspeisevergütung, so müsst Ihr dies in Eurer Steuererklärung angeben. Dafür muss genau festhalten werden, wie 

viel Strom Ihr aus Eurer PV-Anlage selbst bezieht und wie viel Strom Ihr in das öffentliche Netz einspeist. Durch den digitalen Zähler, der zu jeder PV-Anlage installiert wird, ist dies jedoch mit geringem Aufwand verbunden, da der digitale Zähler die Verbräuche und Einspeisungen speichert. Ihr müsst lediglich regelmäßig Euren Zähler ablesen. Erzielt Ihr mit Eurer PV-Anlage durch die Einspeisung Gewinne unter 24.500 €, so seid ihr nicht verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden. Übersteigt Euer Gewinn jedoch diesen Wert, so müsst Ihr Eure Anlage beim Finanzamt und Gewerbeamt anmelden. Jedoch werden Gewinne in dieser Höhe in der Regel nicht von privaten Photovoltaik-Anlagen erzielt.

Wie hoch ist der Wartungsaufwand einer PV-Anlage?

Photovoltaik-Anlagen sind nahezu wartungsfrei – Dementsprechend gering sind die Betriebs- und Wartungskosten. Wir empfehlen trotzdem eine regelmäßige Wartung, um eine gleichbleibende Leistung Euer Anlage zu garantieren. Um Störungen frühzeitig zu erkennen, lohnt sich ebenfalls ein regelmäßiger Blick auf Euern Stromzähler. PV-Anlagen sind auf dem Hausdach den verschiedensten Umwelteinflüssen ausgesetzt. Dank einer speziell gehärteten und beschichteten Glasoberfläche und einem Neigungswinkel von ca. 20 Grad sorgen Regen und Schnee für die Reinigung Eurer Anlage, sodass Verschmutzungen nicht die Leistung Euer Anlage einschränken. Auch gegen Hagelschlag ist die Photovoltaik-Anlage durch das Spezialglas geschützt. 

Wie hoch sind die Anschaffungskosten einer PV-Anlage?

Eine PV-Anlage kann entweder selbst finanziert werden oder gepachtet werden. Je nach Anlagenart stehen Euch zudem Fördergelder zu, beispielsweise von der KfW. Wenn Ihr Euch für das Pachtmodell entscheidet, dann empfehlen wir Euch ein Beratungsgespräch, bei dem wir gemeinsam alle Möglichkeiten durchsprechen und das für Euch optimale Pachtsystem zusammenstellen.

Welche Förderprogramme können für eine PV-Anlage beantragen?

Die Förderprogramme für Photovoltaik, Solar und Batteriespeicher sind vielfältig und von einigen Faktoren abhängig. Beispielsweise bieten einige Bundesländer oder Kommunen eigene Förderungen an. Allerdings sind diese meist an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel an die Betriebsdauer, Leistung oder Einspeisung in das öffentliche Stromnetz. Deshalb müssen die Konditionen für eine eventuelle Förderung genau durchdacht und geprüft werden. Zudem solltet Ihr beachten, dass ein Antrag auf Förderung vor dem Kauf der Anlage eingereicht werden muss. Sobald ihr den Zuwendungsbescheid erhalten habt oder der Antrag bewilligt ist, könnt Ihr die Anlage installieren lassen. 

Photovoltaik für die Zukunft?

Ob sich eine PV-Anlage für Euch lohnt, hängt in erster Linie davon ab, ob Euer Hausdach geeignet ist und ausreichend Sonneneinstrahlung einfangen kann. Weist dieses ein hohes Solarpotenzial auf, so ist eine PV-Anlage durchaus lohnenswert, insbesondere wenn Ihr Euch für Zukunftsthemen wie beispielsweise die Elektromobilität interessiert und Ihr Euer E-Auto zuhause laden möchtet. Ihr seid unabhängiger von Preisschwankungen auf dem Strommarkt und produziert Euren eigenen Strom umweltfreundlich und nachhaltig. In Kombination mit einem Batteriespeicher könnt ihr überschüssigen Strom speichern und zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, oder ihr speist Euren Überschuss in das öffentliche Stromnetz ein und erhaltet eine Einspeisevergü

tung. Im Sommer kann durch eine PV-Anlage ein Großteil der gesamten Stromversorgung eines Haushalts allein über eine PV-Anlage und einen Batteriespeicher gedeckt werden – Doch gerade im Winter ist der Energieverbrauchallein durch das Heizen höher und die Erträge der PV-Anlage durch geringere Sonneneinstrahlung weniger. Beachtet deshalb, dass Eure PV-Anlage Euch nicht ganzjährig und vollständig mit ausreichend Strom versorgen kann. Es ist durchaus notwendig, in einigen Monaten des Jahres Strom aus konventionellen Quellen zu beziehen. Trotzdem bietet Euch eine PV-Anlage einige Mehrwerte, vor allem Ersparnisse auf der Stromrechnung und die Vorbereitung auf Zukunftsthemen wie die Elektromobilität. Ob sich eine Anlage für Euch lohnt, könnt Ihr gerne gemeinsam mit uns in einer individuellen Beratung besprechen. Denn die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage ist von vielen Faktoren abhängig. 

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Mit uns zur nachhaltigen Eigenversorgung. Prüfen Sie jetzt das Potential für Ihr eigenes Hausdach und fragen Sie nach Wunsch eine eigene PV-Anlage an. Oder buchen Sie online einen Termin mit unseren Beratern.

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